ZertifikateDa es im Grunde alle Anlageformen auch in einer nachhaltigen Variante gibt, dürfen natürlich auch Zertifikate nicht bei einer Darstellung nachhaltiger Geldanlageformen vernachlässigt werden. Mittlerweile hat sich auch in diesem Anlagebereich viel getan und Anleger, die ökologisch, sozial und ethisch verantwortungsbewusst handeln möchten, müssen nicht mehr auf Investitionen in Zertifikate verzichten. Doch wie lässt sich der Nachhaltigkeitsgedanke in diese Geldanlageform integrieren? Und welches grundliegende Risiko ist sowohl mit nachhaltigen als auch traditionellen Zertifikaten verbunden? Was macht ein nachhaltiges Zertifikat zu einem solchen?Zertifikate beziehen sich immer auf einen zugrunde liegenden Wert und bilden dessen Entwicklung ab. Sie sind Derivate – also abgeleitete Werte. Wenn die Rede von nachhaltigen Zertifikaten ist, kann ein solcher zugrunde liegender Wert zum Beispiel ein Nachhaltigkeitsindex sein. Je nachdem, wie sich der Index in der Laufzeit des Zertifikats entwickelt und je nachdem, welche Zertifikatsform vorliegt, gestaltet sich der Rückzahlungsbetrag des Zertifikats. Auch gibt es Basket-Zertifikate, die sich auf eine Zusammenstellung von Werten beziehen, die von dem Herausgeber des Zertifikates als nachhaltig eingestuft werden. Hier bleibt viel Gestaltungsfreiraum, sodass sich auch Zertifikate zu bestimmten Themen bilden lassen. Wie nachhaltig Zertifikate schlussendlich sind, hängt wie bei anderen Geldanlageformen auch von den Nachhaltigkeitskriterien ab, die Anwendung finden. Kritisch gesehen werden kann im Falle von Zertifikaten in Sachen Nachhaltigkeitsreichweite allerdings auch, dass Zertifikate nur abgeleitete Werte darstellen. Eine direkte Förderung von Unternehmen, die nachhaltig arbeiten, kann man mit Zertifikaten somit nicht wirklich erreichen. Vielmehr profitiert man lediglich davon, wenn die betreffenden nachhaltigen Unternehmen sich positiv entwickeln. Aus diesem Grunde muss gut abgewogen werden, ob die Anlageform Zertifikat tatsächlich als nachhaltige Anlageform betrachtet werden kann oder ob direktere Optionen zu bevorzugen sind. RisikenZertifikate haben insbesondere durch die aktuelle Finanzkrise einen herben Imageverlust hinnehmen müssen. Dennoch sollte man nicht unbeachtet lassen, dass Zertifikat nicht automatisch gleich Zertifikat ist. Das Risiko, welches mit solchen Geldanlagen verbunden ist, unterscheidet sich auch wesentlich von der Form des Zertifikats und von den Bedingungen, die der Zertifikatsherausgeber bei seinen einzelnen Produkten stellt. Fest steht allerdings, dass Zertifikate Schuldverschreibungen sind – ganz egal, ob es sich um nachhaltige oder klassische Zertifikate handelt. Somit bringen Zertifikate immer auch ein gewisses Risiko mit sich, welches darin besteht, dass der Herausgeber zahlungsunfähig werden könnte. Im Falle einer solchen Zahlungsunfähigkeit können die Schuldverschreibungen unter Umständen nicht mehr eingelöst werden, sodass ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich ist. Dem hier beschriebenen grundliegenden Risiko von Zertifikaten kann man als Anleger nur bedingt entgegenwirken. Empfehlenswert ist sicherlich, den Herausgeber des jeweiligen Zertifikats mit großer Sorgfalt auszuwählen und nicht nur Zertifikate bei einem Herausgeber zu kaufen. Das Risiko ließe sich so ein wenig besser streuen, sodass ein Totalverlust eines Zertifikats nicht zwingend erheblichen und weitreichenden finanziellen Schaden verursachen müsste. Auch könnte es eine Option sein, sich für Garantiezertifikate zu entscheiden: Hier wird garantiert, dass mindestens das investierte Kapital am Ende der Laufzeit zurückbezahlt wird. Doch auch hier gilt es, auf Detailbestimmungen zu achten. Zertifikate sind Anlageprodukte, die sich primär für Anleger eignen, die bereits über einige Erfahrungen in Sachen Geldanlage – und am besten auch über derivative Anlageformen im Speziellen – verfügen. Für Laien sind Zertifikate oft nicht einfach zu durchschauen. Wem Zertifikate aus diesem oder aus anderen Gründen zu heiße Eisen sind, der sollte sich nach anderen Geldanlagen umsehen. Gänzlich auf Zertifikate muss man aber auch dabei nicht verzichten – dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn man in Fonds investiert, die sich auf Zertifikate stützen. Hier ist eine indirekte Integration von Zertifikaten in das eigene Depot möglich. |
