Riester-Rente

Dass man sich in Sachen Altersvorsorge nicht mehr ausschließlich auf den Staat verlassen kann, sollte mittlerweile keine erschütternde Neuigkeit mehr sein. Längst hat sich in der Gesellschaft das Bewusstsein verbreitet, dass auch private Bemühungen unternommen werden müssen, wenn man seinen gewohnten Lebensstandard im Alter bewahren möchte. Der Staat begrüßt eindeutig solche Bemühungen und fördert sie – etwa in Form der Riester-Rente. Bei dieser Vorsorgeoption handelt es sich somit zwar um eine private Altersvorsorge (Eigenleistungen sind erforderlich und niemand wird gezwungen, einen Riester-Vertrag abzuschließen), dennoch lässt der Staat die hier fürs Alter vorsorgenden Personen nicht gänzlich allein. Die angesparten Eigenleistungen werden bei der Riester-Rente nämlich durch staatliche Zulagen aufgestockt. Zudem ergeben sich für den Sparer in der Sparphase steuerliche Vergünstigungen, die das Vorsorgen darüber hinaus erleichtern und sogar attraktiv machen können.

„Öko-Riester“ und „Ethik-Riester“ – gibt es das?

Für das Alter auch privat vorzusorgen, ist für viele Personen mittlerweile fast unumgänglich. Doch lässt sich diese Notwendigkeit auch mit einer Förderung der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit verbinden, so dass sich neben einer privaten Zusatzrente auch ein Mehrwert für Natur und Gesellschaft erwirtschaften lässt?

Diese Frage ist schnell beantwortet: Natürlich kann man auch beim Abschluss eines Riester-Vertrages dem Nachhaltigkeitskriterium einen besonderen Stellenwert einräumen. Auch bei Riester-Produkten wird Kapital angelegt, damit es sich für das Alter vermehren kann – dementsprechend ist es auch möglich, Anlagen zu wählen, die aus sozialer, ökologischer und ethischer Sicht Besonderes bieten können. Riester-Produkte mit einer ökologischen und sozialen Ausrichtung werden mittlerweile von vielen Anbietern angeboten.

Die verschiedenen Formen der Riester-Rente

Riester-Rente ist nicht gleich Riester-Rente. Am Markt findet man unterschiedliche Produkte, die für eine Riester-Förderung zugelassen sind: Angefangen vom Riester-Banksparplan über die Riester-Rentenversicherung bis hin zum Riester-Fondssparplan. Welche Variante dabei die günstigste ist, hängt vom individuellen Fall ab. Die Produkte unterscheiden sich nämlich hinsichtlich ihrer Renditestärke, ihrer Sicherheit und hinsichtlich dessen, ob eine lange Sparphase oder eine kurze Ansparphase anvisiert werden soll. Hinsichtlich der gebotenen Sicherheit kann der Anleger sich allerdings immer darauf verlassen, dass mindestens die eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen für die Verrentung zur Verfügung stehen werden – dieses müssen die Anbieter garantieren, damit ihr Produkt für die Riester-Förderung zertifiziert werden kann.

Im Bereich der nachhaltigen Riester-Produkte dominieren fondsgebundene Produkte. Teile des Ersparten werden somit also in Nachhaltigkeitsfonds angelegt, auf deren Funktionsweise wir bereits in einem gesonderten Kapitel eingegangen sind.

Riester-Rente – für wen ist sie überhaupt geeignet?

Egal, ob man sich für ein herkömmliches Riester-Produkt interessiert oder ob die Wahl doch auf eine nachhaltige Variante fallen soll: Zunächst sollte selbstverständlich geklärt werden, ob die Riester-Rente im individuellen Fall überhaupt geeignet ist.

In einem ersten Schritt sollte man seinen individuellen Vorsorgebedarf identifizieren. Ergibt sich hierbei eine Versorgungslücke, kann die Riester-Rente eine Option sein. Zunächst muss man allerdings herausfinden, ob man zum Adressatenkreis der Riester-Rente gehört – denn nicht jeder ist förderungsberechtigt. Zu den förderungsberechtigten Personen zählen u. a. rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer und rentenversicherungspflichtige Selbständige, Arbeitslosengeldempfänger, Wehr- und Zivildienstleistende und andere mehr. Sollte man selbst nicht förderungsberechtigt sein (etwa wenn man als Selbständiger nicht pflichtversichert in der deutschen Rentenversicherung ist oder aus anderen Gründen), sollte geprüft werden, ob sich eine mittelbare Berechtigung über den Ehepartner ergibt. Liegt endgültig keine Förderungsberechtigung vor, können aber auch die Rürup-Rente oder andere, gänzlich privat gehaltene Altersvorsorgeprodukte eine Alternative sein.

Ist man hingegen unmittelbar oder mittelbar förderungsberechtigt, sollte man Erkundigungen einholen, welches Riester-Produkt im individuellen Fall geeignet ist. Wichtig ist hierbei u. a. auch, wie viel Zeit einem noch bis zum Rentenbeginn zur Verfügung steht. Wer noch jung ist, kann unter Umständen risikoreichere Produkte wählen, da er eventuelle Einbußen noch bis zum Rentenbeginn kompensieren kann. Wer bereits älter ist, sollte mehr auf Sicherheit setzen, um tatsächlich eine ansehnliche Zusatzrente ansparen zu können.

Auch mit den Einschränkungen der Riester-Rente sollte man sich vorab auseinandersetzen. So sollte man u. a. vor einem Abschluss wissen und akzeptieren, dass die Riester-Rente als Leibrente konzipiert ist und Rückerstattungen von Zulagen und Steuervorteilen dann fällig werden, wenn das angesparte Kapital schädlich verwendet wird. Nur, wer sich mit diesen und weiteren Detailbedingungen abfinden kann und nicht andere Pläne (Ausnahme kann das Wohn-Riestern sein) mit dem Ersparten verfolgen möchte, sollte sich auch tatsächlich für diese Altersvorsorgeoption entscheiden. Andernfalls gilt es, abzuwägen, ob nicht andere Produkte eher den individuellen Bedürfnissen und Wünschen entsprechen.

Möchte man schlussendlich mit der eigenen privaten Zusatzvorsorge mehr erreichen als ein Zusatzauskommen im Alter, sollte man sich für ein nachhaltiges Riester-Produkt entscheiden und bei der Produktauswahl zusätzlich prüfen, welche Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden. Auch bei Riester-Produkten kann es hiebei zu erheblichen Unterschieden kommen. Nur wer vergleicht und sich ein ausführliches Bild von dem Markt macht, kann sicherstellen, dass er mit seiner Altersvorsorge in Nachhaltigkeit investiert, die den eigenen Vorstellungen entspricht.